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Zur schönen Aussicht
von Ödön von Horvath

mit: Heidi Hagl, Krista Pauer, Clemens Berndorff, Manfred Jaksch, Dustin Peters, Peter Kratochvil, Matthias Tuzar
Eine Produktion des Armen Theater Wien
 

Zur schönen Aussicht

Die Komödie "Zur schönen Aussicht", vielleicht das grausamste Stück Horváths: Schauplatz ist das Hotel „Zur schönen Aussicht“. Die Handlung bezieht sich auf einen Zeitraum von nur zwölf Stunden.

Hotelbesitzer Strasser, Kellner Max und Chauffeur Karl werden vom einzigen Hotelgast, Ada Freifrau von Stetten, ausgehalten. Ada beherrscht die Männer — denn sie kennt ihre Macht: sie hat Geld. In dieses verschlissene Idyll platzt Christine, die sich der Illusion hingibt, dass der Vater ihres Kindes sie heiraten wird, auch wenn sie arm ist. Sie will nicht wahrhaben, dass Strasser ein Schuft ist.

Die Tischrunde, zu der auch Adas Bruder Emanuel, der seine Schwester um Geld anbettelt, und Sektvertreter Müller stoßen, berät, wie Strasser Christine loswerden kann und entwickelt einen teuflischen Plan.

Die Komödie "Zur schönen Aussicht" ist ein Zeitbild. Die Niedertracht wird von außen in Gang gesetzt, ein trostloser Alltag hat die Menschen zu dem gemacht, was sie sind. Horváth ist auch in diesem Werk kein Zyniker, sondern ein Moralist. Zum ersten Mal setzt er in diesem Frühwerk tragisch wirkende Komik ein, wie man sie später bei Anouilh findet. Er nuanciert subtil, lockert das Spiel satirisch auf, lässt im Grauen noch lachen.

Regie: Erhard Pauer

 

Pressestimmen:

Erhard Pauers druckvolle Inszenierung bleibt genau am Text, der so seine volle Kraft entfalten kann. Es entsteht ein Psychothriller, der von der herben Poesie des Autors genauso lebt wie vom tempogeladenen Spiel des Ensembles um Heidi Hagl & Krista Pauer . (Österreich)

Krista Pauer ist wie stets sehr glaubhaft das getäuschte Fräulein. Hervorragend differenziert die Männer: Clemens Berndorff ist der herabgekommene Hotelbesitzer Strasser, Markus Pol der kraftstrotzende Chauffeur Max, Matthias Tuzar der Kellner Karl, Dustin Peters ein das fiese Spiel mitmachender Vertreter, der im Hotel Schulden einkassieren soll. Elegant zieht sich Manfred Jaksch als heruntergekommener Baron aus der Affäre. Das Vorstadtpublikum zeigte sich begeistert von dieser geschlossenen, bewegenden Horváth-Interpretation. (Kronenzeitung)
 
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