Buchpräsentation MELNITZ von Charles Lewinsky
mit Charles Lewinsky
Mit „Melnitz“ legt Charles Lewinsky, Autor der Stücke „Freunde, das Leben ist lebenswert“ und „Heimat, sweet Heimat“ nun einen über 700 Seiten langen Familienroman vor. Am 20. Februar präsentiert Lewinsky „Melnitz“ im theaterCercle. Tauchen Sie ein in die Welt der jüdischen Familie Meijer!
„Mit seiner Familiensaga «Melnitz» schreibt sich Charles Lewinsky in die erste Reihe unserer Literatur, so euphorisch schreibt Andreas Isenschmid in der "Neuen Zürcher Zeitung" über den neuen Roman von Charles Lewinsky. Lesen Sie im folgenden Auszüge aus seinem Artikel:
„ Um es gleich zu sagen: Das ist ein herausragender Roman, von einer Qualität, wie man sie in der Schweizer Literatur nur sehr selten antrifft. Er erzählt am Beispiel einer weitverzweigten Familie die Geschichte der Juden in der Schweiz zwischen 1871 und 1937. Aber was heisst hier: erzählt - Charles Lewinsky stellt sie in aller das Lachen wie das Leiden umfassenden Lebendigkeit vor uns hin. Und ist in seiner Kunst, seinen Figuren und Themen, seiner Menschlichkeit, ja seiner Liebe so reich, dass man kaum weiss, wo mit Loben beginnen. (....)
Auf den ersten 150 Seiten taucht der Roman tief in die Welt des Endinger Judentums um 1870. Vor uns ersteht die Familie des Viehhändlers Salomon Meijer, seine Frau Golde, seine Tochter Mimi, seine angenommene Tochter Chanele; mit ihnen und uns leben andere Endinger Juden, der Metzger Pomeranz, sein Sohn Pinchas. Jede dieser Figuren würden wir auf der Strasse auf Anhieb wiedererkennen, auf den Strassen von Endingen natürlich, wo Schweizer Juden damals zu wohnen hatten, und denen von Baden, wo Meijers aus der französischen Armee geflohener Schwiegersohn Janki bald ein Stoffgeschäft eröffnet. Wir würden auch diese Stoffhandlung und die Metzgerei leicht finden und wären imstande, jedem, der uns danach fragt, das Interieur und die Eigenheiten der Angestellten akkurat zu beschreiben. (....) Wer so gut erzählen kann, kann es sich auch leisten, in seinen Roman fast eine ganze Kultur- und Sozialgeschichte der Schweizer Juden einzubauen. (...) Lewinsky hat mit den langen Rhythmen von fünf Generationen nie seine Mühe, wir spüren die Ferne der Zeiten und zuzeiten ihre unvermutete Nähe. (...)
Nicht erst hier ist natürlich zu bemerken, wie delikat es ist, von gewöhnlichem jüdischem Leben zu reden und zu erzählen. Doch hier gerade liegt Lewinskys grösste Meisterschaft. Er sagt und zeigt alles, und alles im richtigen Ton. Er wird nicht sentimental, wenn er Lebenslust zeigt. Und muss sich nicht zur Gesinnung lehnen, wenn er den schweizerischen Antisemitismus vorführt; er zeigt ihn einfach so genau, dass er ihn gar nicht mehr anklagen muss. (...)"
Charles Lewinsky: Melnitz. Roman. Nagel & Kimche. Zürich und München 2006. 775 S., Fr. 44.50. Erscheint am 4. 2.